Crossmediales Publizieren · Nr. 1/2010

Informationen und Tipps zum Electronic Publishing und zur Anwendung von XML

 

Editorial

Kaum haben wir uns an die neue Jahreszahl gewöhnt und warten auf den Verkaufsstart von MS Office 2010, schon schreckt uns die Meldung hoch, dass Custom-XML in Word nicht mehr bearbeitet werden kann – unser Dozent Willi Breitwieser hat jedoch eine Lösung! Und auch für diejenigen unter Ihnen, die ihre XML-DTDs für den crossmedialen Einsatz tauglich machen möchten, haben wir eine Lösung – nämlich mit semantischem XML.
Außerdem möchten wir Sie auf zwei Dinge aufmerksam machen:
– auf die Fachtagung Komplett in XML? , bei der es um Praxiserfahrungen mit XML geht, und
– auf die Studie Wege in die Zukunft, die sich mit der Zukunft von Fachverlagen beschäftigt.
Beachten Sie auch unsere Semin artermine – es sind noch Plätze frei.

Ihre Ursula Welsch

 

Inhalte
–  Aktuell:
    Fachveranstaltung „Komplett in XML?“ am 24. März
–  XML-Tools:
    Benutzerdefiniertes XML mit Word erstellen – auch ohne Custom XML? (Susanne Franz)
–  XML-Konzeption:
    XML ist nicht XML (Ingrid S. Goldstein)
–  Studie:
    „Wege in die Zukunft – Herausforderungen für Fachverlage 2010/2013“

 

Seminartermine der XML-Schule:
     02.–03.02.2010 Praktische XML-Grundlagen für Verlage und Vorstufenbetriebe
     04.–05.02.2010 Effektive XML-Workflows mit Adobe InDesign (CS3)
     08.–09.02.2010 XML im Microsoft Office-Umfeld
     10.–11.02.2010 XML-basierte Strukturkonzepte für die Mehrfachnutzung
NEU: 18.–19.02.2010 E-Books konzipieren und produzieren
     23.–24.02.2010 Einführung in die Transformation mit XSLT
     25.–26.02.2010 XML-basierte Satzerstellung mit XSL-FO
     04.–05.03.2010 Redaktion von XML-Dokumenten

 

<<<<< Aktuelles: >>>>>
Fachveranstaltung „Komplett in XML?“ am 24. März

Obwohl das Thema „XML“ spätestens seit dem Hype um das epub-Format für E-Books in aller Munde ist, klingt es immer wieder so, als ob gut funktionierende XML-basierte Workflows Mangelware seien. Die Fachveranstaltung „Komplett in XML?“ hat sich vorgenommen hier Abhilfe zu schaffen. Rund um das Thema „Crossmedia-Publishing“ werden namhafte Referenten und Praktiker erfolgreiche Praxisbeispiele für Verlage und Industrie vorstellen. Sie schildern, was technisch und organisatorisch bei der Umsetzung von Multi-Channel-Publishing beachtet werden muss. Neben einem Überblick über die technischen Lösungen, werden auch neue Märkte, Geschäftsfelder und Medien beleuchtet. Ursula Welsch wird die Keynote halten.
Weitere Informationen sowie Agenda und Anmeldemöglichkeit finden Sie beim
Print Media Forum.

 

<<<<< XML-Tools: >>>>>
Benutzerdefiniertes XML mit Word erstellen – auch ohne Custom XML? (Susanne Franz)

Ein Urteil macht derzeit – vor allem in den USA – von sich reden: Microsoft hat den Patentstreit mit dem kanadischen Unternehmen i4i Ende Dezember 2009 verloren und musste in den Word-Versionen 2003 und 2007 Code entfernen, der die Bearbeitung von benutzerdefiniertem XML ermöglicht. Seit 11. Januar ist in den USA daher nur noch eine überarbeitete Word-Version erhältlich, die die strittige „Custom XML“-Technik nicht mehr enthält. Ob dieser Schritt auch in Deutschland erforderlich sein wird, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch offen. Nicht betroffen von dem Urteil ist das neue Office 2010, das diese Technik nicht einsetzt, das aber aller Voraussicht nach ohnehin die Möglichkeit nicht vorsieht, benutzerdefiniertes XML zu erstellen.
Dateien, die Custom XML enthalten, können in der eingeschränkten Version zwar weiter geöffnet werden, aber die entsprechenden Elemente werden nicht mehr angezeigt: ein Nachteil, der den Gebrauch des Programms für diejenigen stark einschränkt, die in Word XML-Daten professionell bearbeiten und strukturieren.
Doch dieser Nachteil lässt sich durch ein neu entwickeltes Tool ein Stück weit umgehen: Mit dem Office.Databinding Toolkit von Willi Breitwieser (für Word 2007 und 2010) lassen sich die Elemente einer XML-Datei in einem Aufgabenbereich anzeigen und können durch einfaches Drag&Drop für das aktuelle Word-Dokument nutzbar gemacht werden.
Das Databinding-Tool erhalten Sie kostenlos bei
Willi Breitwieser, der im Seminar XML im Microsoft Office-Umfeld am 8./9. Februar weitere Anwendungsfälle aus der Praxis aufzeigen wird; Anmeldung über XML-Schule.

 

<<<<< XML-Konzeption: >>>>>
XML ist nicht gleich XML (Ingrid S. Goldstein)

Es gibt verschiedene Gründe sich für XML zu entscheiden. In der Regel steht dabei im Vordergrund, die Dokumente so aufzubereiten, dass sie unabhängig von Soft- und Hardware sind. XML garantiert genau dieses. Allerdings reicht die bloße Entscheidung für das Dateiformat nicht aus, um den Anforderungen des crossmedialen Publizierens zu genügen. Es ist ebenso wichtig festzulegen, wie dieses XML aussehen soll bzw. welche Ziele mit der Umstellung auf XML verfolgt werden.
Da nach wie vor die Printausgaben den Löwenanteil des Umsatzes ausmachen, fällt häufig die Entscheidung für ein satznahes typographisches XML; die Orientierung am Buch ist dabei unübersehbar. Es wird jedoch zunehmend wichtiger, crossmediale Wertschöpfungsansätze einzubeziehen und die gewünschten Publikationsformen einschließlich ihrer Zusatzfunktionalität und der benötigten Informationseinheiten festzulegen. Unter diesen veränderten Vorzeichen kann sich die XML-Struktur sinnvollerweise nicht mehr an einem einzelnen Ausgabemedium – wie dem Buch – orientieren, sondern sollte sich an der Bedeutung der Inhalte selbst ausrichten. In einer solchen semantischen Auszeichnung der Inhalte liegt die Zukunft, da sie medienunabhängig ist und dem Verlag von heute die größtmögliche Flexibilität für die (Mehrfach-) Nutzung der Inhalte und ihre Formate gibt.
Welche semantischen Strukturkonzepte es gibt und wie man vorgeht, um für die eigenen Substanzen die optimale semantische Struktur zu finden, zeigt das Seminar
XML-basierte Strukturkonzepte am 10./11. Februar; Anmeldung über XML-Schule.

 

<<<<< Studie: >>>>>
„Wege in die Zukunft – Herausforderungen für Fachverlage 2010/2013“

mit der Deutschen Fachpresse erarbeitet und herausgegeben hat. Der Grund für diese Entscheidung liegt darin, „ein geeignetes Ausgangsformat für unterschiedliche Medienkanäle zu haben“. Dass dabei „plain XML“ nicht genügt, darauf haben wir weiter oben schon hingewiesen.
Die Studie beschäftigt sich jedoch nicht nur mit technologischen Fragen, sondern fragt auch umfassend nach dem strategischen Umfeld. Sie ist das Ergebnis von intensiven Interviews, die mit 20 Verlegern unterschiedlicher Fachverlage geführt wurden.
Die Studie ist kostenlos erhältlich bei
Dr. Martina Steinröder.

 

Impressum
Ursula Welsch
Tachenseestr. 2
D-83373 Taching am See
Tel. +49-(0)8681-47 18 52
E-Mail: ursula.welsch @ welschmedien.de
Dies ist der Newsletter von <ursula welsch.neue medien> und der XML-Schule.
Im Newsletter „Crossmediales Publizieren“ berichten wir für Sie über neueste Entwicklungen und Erfahrungen aus der crossmedialen Verlagspraxis und weisen auf die aktuellen Termine der XML-Schule hin.
Dieser Newsletter darf als Ganzes jederzeit weiter verteilt werden. Sollten Sie Auszüge daraus übernehmen wollen, ist aus urheberrechtlichen Gründen eine gesonderte Genehmigung erforderlich.
Unser Newsletter-Archiv finden Sie sowohl unter <ursula welsch.neue medien> als auch unter XML-Schule.
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